Ani – UNESCO Welterbestätte 2016

Grosse Freude in der Türkei! Die Stadt Ani wurde am letzten Wochenende bei der Jahrestagung der UNESCO in Istanbul auf die Liste der Weltkulturerbestätten gesetzt!

Ani ist eine seit mehr als drei Jahrhunderten eine verlassene und heute in Ruinen liegende ehemalige armenische Hauptstadt die im türkisch-armenischen Grenzgebiet, in der Region Kars liegt.

Ani ist seit dem 5. Jahrhundert als armenische Festung nachweisbar.

König Aschot III. Bagratuni (951-977) machte Ani im Jahre 961 zur Hauptstadt seines armenischen Königreiches.

Als die Stadt 1045 den Byzantinern übergeben wurde, war die an der nördlichen Seidenstraße gelegene Stadt weithin als „Stadt der 1001 Kirchen“ bekannt und zählte mehr als 100.000 Einwohner.

Am Ende des Ersten Weltkriegs wurden im April 1918 unter Leitung des Archäologen Ashkharbek Kalantar rund 6000 bewegliche archäologische Objekte von Ani nach Jerewan gebracht, um sie vor der vorrückenden osmanischen Armee in Sicherheit zu bringen. Mit der Kapitulation des Osmanischen Reichs im Oktober 1918 fiel Ani unter Kontrolle des neugegründeten Staats Armenien. Nach dem Türkisch-Armenischen Krieg von 1920 gelangte Ani dann an die Türkei.

Heute ist Ani eine Geisterstadt und vor allem für die noch erhaltenen Zeugnisse armenischer Architektur bekannt. Zu den sehenswertesten Gebäuden in Ani gehört die armenische Kreuzkuppelkirche, die auch als Kathedrale der Heiligen Jungfrau bekannt ist und das größte Gebäude in Ani bildet.

Weitere historische Bauten in Ani:

Kirche Sankt Gregor des Königs Gagik

Diese Kirche wurde vermutlich zwischen 1001 und 1005 durch den Architekten Trdat unter König Gagik I. erbaut. Als Vorbild diente die zu diesem Zeitpunkt bereits zerstörte und ebenfalls dem heiligen Gregor geweihte Kathedrale von Swartnoz. Die Kirche dürfte aber bereits wenige Jahrzehnte nach ihrem Bau eingestürzt und mit anderen Gebäuden überbaut worden sein. Die heute sichtbaren Überreste der Kirche, traten erst 1906 durch die Ausgrabungen zutage.

Erlöserkirche

Die kreisrunde Kirche wurde kurz nach 1035 errichtet, um einen Splitter des wahren Kreuz darin aufzubewahren. Der östliche Teil stürzte 1957 bei einem Sturm ein. Der Rest des Gebäudes befindet sich seit dem schweren Erdbeben von 1988 in einem kritischen Zustand.

Apostelkirche

Die früheste Inschrift der Kirche kann auf 1031 datiert werden. Nur Fragmente haben sich erhalten, darunter vor allem der Schamatun.

Menüçehr-Moschee

Diese Moschee liegt direkt am Abhang des Plateaus und stammt vermutlich aus dem späten 11. Jahrhundert. Sie wurde bis 1906 von Einheimischen als Mosche genutzt und danach in ein Museum umgewandelt. Der Mihrāb in der südlichen Mauer wurde allerdings erst nach 1920 hinzugefügt. Die Moschee wird manchmal, besonders von türkischer Seite, als erste Moschee Anatoliens bezeichnet.

Kirche Sankt Gregor von Tigran Honents[

Laut der Inschrift des Stifters wurde diese Kirche 1215 durch den Händler Tigran Honents in Auftrag gegeben. Das Gebäude zählt zu den besterhaltensten in Ani. Die üppigen Fresken sind ungewöhnlich für armenische Kirchen, weshalb vermutet wird, dass diese von georgischen Malern gefertigt wurden. Möglicherweise war die Kirche auch dem georgisch-orthodoxen Ritus geweiht. Dafür spricht auch, dass sich Ani zum Zeitpunkt der Errichtung unter Kontrolle des Königreichs Georgien befand.

 

Öffnungszeiten
April – Oktober: 09:00 bis 19:00 Uhr
November – März: 08:00 bis 17:00 Uhr
Feiertage: geschlossen

Eintritt: 8 TL

Adresse:
Ocaklı Köyü Yolu, Kars Merkez

Tel: +90 (474) 212 21 79

E-Mail: iktm36@kulturturizm.gov.tr

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