Kulturland Türkei

Topkapi Palast in IstanbulTopkapi Palast in Istanbul

Eine Entdeckungsreise durch die Türkei: Antike Kulturschätze und moderne Kunst Kultur liegt im Trend. Für mehr als die Hälfte der Touristen gehören Kunst und Kultur zum Urlaub dazu.

Vor allem historische Sehenswürdigkeiten, Museen und Ausstellungen und Theater stehen auf der Aktivitätenliste ganz oben. Die türkische Kultur ist in den vergangenen Jahrhunderten durch den Einfluss verschiedener Kulturkreise zu etwas Besonderem gewachsen und bildet eine Brücke zwischen Europa und Asien. Heute leben im Land Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen friedlich nebeneinander. Moscheen, Synagogen und Kirchen stehen in direkter Nachbarschaft und prägen das Erscheinungsbild vieler Städte.

Kulturinteressierte können während eines Türkei-Urlaubs aus einer umfangreichen Angebot wählen: 200 antike Stätten, 146 Museen, 15 UNESCO-Welterben sowie eine lebendige Theaterlandschaft rufen nach einer ausgiebigen Entdeckungsreise. Es sind die herausragenden Zeugnisse der Geschichte der Menschheit und der Natur, die mit dem Emblem des UNESCO-Weltkulturerbes ausgezeichnet werden.

Gleich 15 Weltkulturerbestätten liegen auf türkischem Boden. Bereits seit 1985 darf sich die historische Altstadt Istanbuls mit dem Titel Weltkulturerbestätte schmücken. Die 2.600 Jahre alte Metropole – eine der ältesten Städte der Welt – kombiniert antike, mittelalterliche, neuzeitliche und moderne Baustile und vereint Elemente der Griechen, Römer, Byzantiner, Osmanen und Türken miteinander zu einem einzigartigen Stadtbild. So gleicht ein Spaziergang durch die Stadt auf zwei Kontinenten einem Besuch in einem Freilichtmuseum: verwinkelte Gassen, großzügige Alleen und Bauten aus Antike und Modernen wechseln sich ab.

Ebenfalls seit 1985 zählen der Nationalpark Göreme mit seiner herausragenden Tuffhöhlenarchitektur, die Felsendenkmäler von Kappadokien sowie die große Moschee und das Krankenhaus von Divriği in Zentralanatolien zur UNESCO. In Divriği im Jahr 1229 von zwei Architekten des Sultans Ahmet Şah erbaut, beeindruckt die Moschee heute vor allem mit ihren drei Eingangsportalen.

Im Jahr 1240 stiftete die Frau des Sultans, Turan Malik, das Krankenhaus Darüşşifa, welches ebenfalls zu den ältesten Bauzeugnissen des Islams in Anatolien zählt. Relativ neu in der Liste der UNESCO sind Bursa und Cumalıkızık, die als Wiege des Osmanischen Reichs gelten, sowie die Kulturlandschaft von Pergamon – sie wurden erst 2014 als Weltkulturerbe anerkannt.

Weitere von der UNESCO geschützte Stätten sind die Ruinen von Hattusa (1986), die Monumentalgrabstätte auf dem Nemrut Dağı (1987), die Ruinen von Xanthos mit dem Heiligtum der Latona (1988), die antike Stadt Hierapolis-Pamukkale (1988), die Altstadt von Safranbolu (1994), die archäologische Stätte von Troja (1998), die Selimiye-Moschee in Edirne (2011) sowie die neolithische Stätte Çatalhöyük (2012).

Ob modernes Schauspiel, Oper oder klassisches Ballett: die Türkei besitzt eine lebendige Theaterlandschaft. Das traditionelle türkische Theater, das auch ein wichtiger Baustein des modernen Theaters ist, besteht aus Motiven wie Karagöz, meddah (Lobredner), Marionetten, orta oyunu und hokkabazlık (Zauberspieler). Die Oper und das Ballett, deren Ursprünge bis ins Osmanische Reich gehen, sind heute noch äußerst beliebt. So begeistert beispielsweise das Aspendos Amphitheater mit einer unvergleichlichen Akustik und Blick auf das Mittelmeer. Jedes Jahr findet hier das Internationale Aspendos Opern- und Ballett Festival statt – seit 1994 ist das Open-Air-Festival ein Schaufenster für die erfolgreichsten aktuellen Produktionen der führenden Oper und Ballett Kompanien aus der ganzen Welt.




In Istanbul verwandelt sich der Topkapı-Palast alljährlich in eine Open-Air-Bühne: Während des Internationalen Musikfestivals erleben Besucher hier ganz besondere musikalische Erlebnisse. Höhepunkt des Festivals ist die Oper „Entführung aus dem Serail“. Fest verknüpft mit der türkischen Kultur sind darüber hinaus die jahrtausendealten Künste. Die Kunsthandwerke Marmorieren, Kalligraphie, Porzellankalligraphie und Keramik sind ein untrennbarer Teil der Kultur. Der türkischen Kaffeekultur ist seit Februar 2015 eine eigene Ausstellung gewidmet: Unter dem Titel „Ein Tropfen Vergnügen: 500 Jahre türkischer Kaffee“ präsentiert sich Besuchern im Istanbuler Topkapı-Palast die Vielfältigkeit und die Geschichte des türkischen Kaffees. Abseits dieser traditionellen türkischen Künste hat sich in den vergangenen Jahren eine pulsierende internationale moderne Kunstszene entwickelt. Die Auswahl reicht dabei von faszinierenden Installationen bis hin zu modernen Photographie- und Designausstellungen.

Seit 2005 wird Istanbul zu einer großen Bühne für Designer: Während der Istanbul Design Week widmet sich die Stadt dem Thema Design und bietet ein vielseitiges Programm. Vom 12. bis zum 15. November 2015 findet in Istanbul die Kunstmesse Contemporary Istanbul statt. Auch die türkische Museumslandschaft hat mit ihren zahlreichen Ausstellungsorten, einmaligen Schätzen und Werken von Völkern und Zivilisationen, die in der Türkei seit Anfang der Geschichte gelebt haben, vieles zu bieten. Im Archäologischen Museum Istanbul erhalten Besucher einen Einblick in die antike sowie in die islamische und arabische Natur. Mehr als 15.000 Exponate sind hier ausgestellt. Direkt am Bosporus wurde 2004 das erste private Museum „Istanbul Modern“ auf 8.000 Quadratmetern Fläche eröffnet. Wechselende Ausstellungen junger Architekten oder Fotografen sind hier das ganze Jahr hinweg zu sehen.

Zu einem der meist besuchten Museen des Landes zählt das Mevlana Dergah, das Derwischkonvent, in Konya. Südöstlich von Ankara gelegen steht das mit leuchtendgrünen Kacheln verkleidete Mevlana-Mausoleum, das 1927 zum Museum erklärt wurde. Hier befinden sich Manuskripte und Exponate des Mystikers Mevlana, der im 13. Jahrhundert lebte. Hauptthema seiner in persischer Sprache formulierten poetischen Verse ist die Liebe, die er als Kraft des Universums betrachtete. Alle Museen können Urlauber mit der Müzekart (Museumskarte) einfach und kostengünstig besuchen. Die Karte ist in den meisten staatlichen Museen und online erhältlich. Weitere Informationen: www.muzekart.com

 

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