UNESCO Weltkulturerbe Diyarbakir mit den Hevsel-Gärten

Ein weiterer bedeutender Ort in der Türkei auf der Liste der UNESCO Welterbestätten ist die Festung von Diyarbakir mit den Hevsel-Gärten.

Überwiegend aus Basalt errichtet, zählt die Befestigungsanlage zu den größten antiken Anlagen der
Welt und besteht aus einer äußeren sowie einer inneren Festung. Die rund sechs Kilometer lange
Stadtmauer mit ihren vier Toren, zahlreichen Türmen und Pfeilern, auf denen sich insgesamt 63
Inschriften aus verschiedenen Epochen befinden, sind gut erhalten. Die Hevsel-Gärten bilden laut
UNESCO eine grüne Verbindung zwischen der Stadt und dem Tigris.

„Die Ernennung von Ephesos und der Festung von Diyarbakir mit den Hevsel-Gärten zum UNESCO
Welterbe unterstreicht die historische Bedeutung beider Stätten und beweist einmal mehr, die
kulturelle Vielfalt der Türkei“,

freut sich Dr. Tahsin Yilmaz, Botschaftsrat für Kultur in der Botschaft der Republik Türkei in Berlin über die Aufnahme in die UNESCO Welterbeliste.

Der antike Name der Stadt erscheint erstmals in assyrischen Geschichtsquellen aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. als Amida oder Amed. In griechischen und lateinischen Quellen erscheint sie als Amido undAmida. Nach der Eroberung durch die arabischen Armeen tauchen auch die Namen Amid und Schwarzes Amid auf. Der Zusatz Schwarz soll sich auf die Farbe des Basalts beziehen, aus dem viele Gebäude der Stadt erbaut sind.

Der arabische Name Diyarbekir mit der Bedeutung Land der Bekr wurde dem Gebiet um Amida nach der Niederlassung der arabischen Stammesgruppe der Bakr im späten 7. Jahrhundert verliehen.  Hauptort dieses Gebietes war die Stadt Amida und mit der Zeit ging der Name der Gegend auf die Stadt selbst über. Nach christlich-syrischen Quellen leitet sich der Name Diyarbekir hingegen vom aramäischen Wort „Dayr Bekir“ (= erste Kirche, oder Kirche der Jungfrau [Maria]) in Anlehnung an die Mutter-Gottes-Kirche (Meryem Ana Kilisesi) in der Stadt ab. Die Kirche ist laut lokaler Tradition eine der ältesten Kirchen überhaupt und soll aus dem späten 2. Jahrhundert stammen; die ältesten heute erhaltenen Teile stammen allerdings aus der Spätantike.

Die Türkei hat den Namen Diyarbekir 1937 in Diyarbakır (Gebiet des Kupfers) umgewandelt. Kurden verwenden die aramäische Bezeichnung Amed in Anspielung auf das antike Volk der Meder, als dessen Nachfolger sie sich sehen. Etymologisch besteht allerdings keine Verbindung des aramäischen Amed bzw. Amid mit den Medern.

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