Prof. Dr. Klaus Schmidt, Entdecker von Göbekli Tepe verstorben

Göbekli Tepe, der Garten EdenGöbekli Tepe, der Garten Eden

Am Sonntag, den 20. Juli 2014 starb Prof. Dr. Klaus Schmidt beim Schwimmen in der Ostsee vor der Insel Usedom.

Klaus Schmidt war ein deutscher Prähistoriker. Der Berliner Forscher entdeckte Göbekli Tepe, den ältesten Tempel der Welt, in Şanlıurfa im Südosten der Türkei, leitete dort seit 20 Jahren die Ausgrabungen für das Deutsche Archäologische Institut (DAI) in Berlin-Dahlem. Besonderes Aufsehen erregten die Ausgrabungen nach der Veröffentlichung seines Buches „Sie bauten die ersten Tempel. Das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger“.

Prof. Dr. Klaus Schmidt hielt am Vorabend der Eröffnung der ITB 2014 einen vielbeachteten Vortrag vor internationalem Publikum in der Botschaft der Republik Türkei in Berlin-Tiergarten über „sein Kind“ Göbekli Tepe.

Unser Herzliches Beileid gilt seiner Frau Cigdem!

Interview mit Prof. Dr. Klaus Schmidt, Göbekli Tepe Kazı Başkanı

Am Göbekli Tepe, in Şanlıurfa, tief in Südosten der Türkei, hat Professor Dr. Klaus Schmidt einen Ursprungsort der menschlichen Zivilisation entdeckt – die mit 12000 Jahren älteste Tempelanlage der Welt. Es ist ein gewaltiger Heiligtumsbezirk,der offenbar von den Angehörigen einer Jägerkultur errichtet wurde. Bislang ging man stets davon aus, daß nur eine seßhafte Bevölkerung etwas Vergleichbares hätte schaffen können.

Schon lange hatte man vermutet, daß sich der Übergang von der Kultur der Jäger und Sammler zur sesshaft ackerbäuerlichen Kultur im Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds vollzogen habe. Nun hat der Archäologe Klaus Schmidt in dieser Region – am Göbekli Tepe im Südosten der Türkei – tatsächlich einen Kultort der Steinzeitjäger entdeckt, der diese Theorie eindrucksvoll bestätigt. Doch das Alter der Heiligtumsanlage, seine schiere Größe, die Monumentalität der zahlreichen Bildwerke und der Entwicklungsgrad der Steinmetzkunst übertreffen alles, was man hat erwarten können. Was dort vor 12000 Jahren entstanden ist, zeugt von einem ungeheuren, offenbar religiös motivierten Gestaltungswillen. Nur eine große Zahl von Menschen, die über einen langen Zeitraum auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiteten, die sich arbeitsteilig organisierten und die neuartige Versorgungsstrategien entwickelten, war dazu in der Lage, dieses Kultzentrum zu schaffen.

Der Göbekli Tepe ist eine Schnittstelle zwischen Jägerkultur und ackerbäuerlicher Kultur – ein missing link der Menschheitsgeschichte.

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